Der Glockentragende Teufel, eine Sage aus Triesenberg

Quelle: Sagen aus Liechtenstein

Auf Masescha in der Gemeinde Triesenberg steht eine Kapelle. Da ist auf dem linken Seitenaltar ein junger, blonder Bischof dargestellt und neben ihm der Teufel, der eine Glocke trägt, die ihm recht schwer zu werden droht und den Kopf herabdrückt. Der rechte Fuss dieses armen Teufels läuft in Greifklauen, der linke in einen Pferdefuss aus.
Nach der Legende bekam der heilige Theodul, der erste Bischof des Wallis, vom Papst eine Glocke zum Geschenke. Unvermögend, durch menschliche Hilfe sie fortzubringen, zwang er den Teufel, den er aus einem Besessenem ausgetrieben, , das Geschenk über die Alpen in die Bischofstadt Sitten (Wallis) zu tragen.

Bild oben: Der glockentragende Teufel als Mosaik über dem Nordeingang zum Rathaus Triesenberg. Auch auf dem Gemeinde Wappen von Triesenberg ist die Glocke abgebildet. Die drei "Hügel" im unteren Bereich des Wappens stellen die Berge dar über welche der Teufel die Glocke tragen musste. 

Wie in den meisten Gemeinden der eingewanderten Walser wird der heilige Theodul, im Dialekt St. Joder genannt, verehrt. St. Joder war im 6. Jahrhundert Bischof zu Sitten im Wallis.