Der Teufel und die Fasnacht

Der Teufel gilt als älteste Fasnachtsfigur. Bereits im späten Mittelalter wird der Teufel neben dem alten Weib aus welcher später die Figur der Hexe entstanden sein dürfte erwähnt. Bitte beachtet dass es sich hier um die Fasnacht handelt und nicht um Karneval! :) Mit dem haben wir Joderteifel und alle unten aufgeführten Narren nichts zu tun!

Alemannische Fasnacht

Als alemannische Fasnacht wird die Fasnacht im Südwestdeutschen Raum und der Nordschweiz bezeichnet. Sie grenzt sich vom rheinischen Karneval ab, ist jedoch erst seit dem ersten viertel des 20. Jahrhunderts als eigenständige Form etabliert. 
Charakteristisch ist die Vermummung der Teilnehmer mit Larven, die meist aus Holz bestehen. Die "Hästräger" wechseln ihre Verkleidung nicht von Jahr zu Jahr, sondern behalten sie immer bei. Die Alemannische Fasnacht ist über eine Vielzahl verschiedener Zünfte, welche sich wiederum in grossen Vereinigungen zusammenschliessen sehr gut vernetzt und organisiert. 

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Oben: Der Schuttig in Elzach (Schwarzwald DE) ist einer der ältesten Teufelsfiguren der Alemannischen Fasnacht.

Unten: Auch der Federhannes aus Rottweil (DE) ist eine der ältesten Narrenfiguren der Alemannischen Fasnacht. Sie dürfte bereits im ausgehenden Mittelalter beziehungsweise der Renaissance entstanden sein. 


Fasnacht in den Alpen

Auch ausserhalb der oben erwähnten Alemannischen Regionen gehört die mit Holzlarven Maskierte Fasnacht zum kulturellen Erbe der Bevölkerung in den Alpentäler. In weiten Teilen der Schweiz, in Österreich, Bayern und Norditalien gehören Holzmasken seit Jahrhunderten zur Fasnachtstradition dazu. 
Hier findet ihr einige Beispiele traditionelle Alpenländischer Larven:

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Tschäggätä aus dem Kanton Wallis (CH) Bei den Tschäggättä handelt es sich um Fastnachtsfiguren aus dem Lötschental. Sie tragen Masken aus Arvenholz, ein Schaf- oder Ziegenfell, das an der Taille von einem Schellenriemen zusammengehalten wird, sowie mit Jute verdeckte Bergschuhe und umgekehrte Wollhandschuhe. Ihren Auftritt haben sie zwischen dem 3. Februar (Tag nach Maria Lichtmess) und dem Gigisdienstag, dem Tag vor Aschermittwoch. In dieser Zeit kann man sie täglich sehen ausser am Sonntag. Traditionellerweise setzten sie den Frauen und Kindern nach und rieben sie mit Schnee ein.

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Roller und Scheller aus Imst Tirol (AT)
Der alle vier Jahre stattfindende Fasnachtsumzug gehört bestimmt zu den farbenprächtigsten in Österreich. Eine Vielzahl an verschiedenen Narrenfiguren aus Imst macht diese Fasnacht zu einem schaurig schönen Spektakel.